Philosophy

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Ich habe gestern Abend das erste mal Bier getrunken. Ich habe schon viel davon gehört, doch stand das Unverständnis und die Anteilnahme an diesem mir stets im Wege bei der Durchführung eines Feldversuchs. Ich war stets der Ansicht, dass die Wahrung meiner körperlichen Integrität die oberste Maxime im Kampf mit dem Verfall des Seins ist.
Bin ich so viele Jahre lang falsch gelegen? Habe ich in all diesen Jahren etwas verpasst? Jetzt, wo ich das kommende 30. Lebensjahr richtig spüren kann, blicke ich auf die Bilder von diversen Rundfunkausstrahlungen und Reportagen aus namhaften Zeitungen – erstmals mit Verständnis und mir neuer Partizipation – zurück und mit voller Anteilnahme. Als die Beatles von Drogen gesungen haben und Harald Juhnke im steten Entzug dahin vegetierte, ist mir die vollendete Schönheit und Wirkung des altägyptischen Getränks verborgen geblieben.

Im gestrigen Feldversuch war die Versuchsanordung die folgende:
2 Büchsen à 0.5 Liter eines Importbieres mit 5.4% Alkoholgehalt
1 Notebook mit diverser Musik
1 Packung Zigaretten
Ort: meine Wohnung

Durchführung:
- Innerhalb von 30min eine Büchse trinken
- Innerhalb der nächsten 30min die zweite Büchse trinken
- Hintergrund dieses Experiments war voller Musik mit leidlichen und freudigen Liedern
- subjektive Aufzeichnung des Besoffenheitszustands anhand einer einfachen Tabelle

Resultat:
nach zwei Schluck Bier hatte ich eine Halluzination: ich dachte ich bin ein gutaussehender Typ, welchem die Stadt gehört
nach dem ersten Bier: ich habe mit den Liedern aus dem Notebook mitgesungen
nach dem zweiten Bier: 2x Erbrechen und die pure Freude am Vergessen meiner Probleme
1 Stunde nach dem zweiten Bier: eingeschlafen

Conclusion:
Ich war mir nie bewusst, was für Qualen die Leute, welche regelmässig Bier und Alkohol trinken, erleiden müssen. In Zukunft möchte ich mit ihnen leiden.

Zum Schluss bleibt mir noch eine kleine Bemerkung: Don’t try it at home!

Ich hätte niemals gedacht, dass ich mich einmal in Sartres Buch “Der Ekel” (franz. “La nausée”, 1938) wiederfinden würde. Dies in tiefster existenzialistischer Ausprägung und im Nachhinein.
Während meinen Maturaexamen in französischer Sprache – fast zehn Jahre sind seitdem vergangen – habe ich dieses Buch mehr schlecht als recht gelesen, halb französisch und halb bequem in deutscher Übersetzung. Leider fehlte mir der philosophische Scharfsinn zu dieser Zeit und leider fehlt er mir heute immer noch, jedoch kann ich behaupten, dass ich durch meine Erfahrung reifer geworden bin und somit ein tieferes Verständnis für die kritischen Passagen eines Buches entwickelt habe. So habe ich mich in einer einsamen Stunde, dieses Werkes wieder einmal angenommen und versucht zu verstehen. Ich habe verstanden, jedoch die französische Sprache, vielleicht aber den Kern nicht. Doch stellen weise sind mir gewisse Gegebenheiten des Buches tiefer hängen geblieben.
An einer Stelle schreibt Sartre, in Person des Ich-Erzählers Antoine Roquentin, der bei der Betrachtung eines Steines auf der Strasse beim Spazierengehen, plötzlich vom aller tiefsten Ekel erfüllt wurde. Diesen Ekel beschreibt der ein Tagebuch führende Roquetin in sehr detaillierter Weise und in verschiedensten Facetten. Wie kann man nur so viel über so wenig schreiben.
Egal. Diesen Ekel habe ich nun letztes Wochenende auch erfahren. Es war nicht ein Ding, welches ich erblicken musste, sondern eine Situation mit einer mir wohl bekannten Person, eine Situation welche ich erleben und welche mich auch einige Tage verfolgen sollte. Die Situation oder die Person tut nichts zur Sache, aber nur ein kurzer Gedanke an diese Situation hat bei mir drei Tage lang immer wieder zu kurzer, jedoch effektiver Übelkeit geführt.
Ich bin sicher, dass es eine psychologische Erklärung dafür gibt, jedoch ist mir im Moment der Vergleich zu Sartres Standardwerk des Existenzialismus viel nahe liegender. Wahrscheinlich habe ich, wie auch schon jeder, solche Situationen erlebt, habe sie jedoch nicht in ein Schema gepresst, wie ich dies jetzt tue.
Es verfolgt mich immer noch. Es hüllt mein Herz und meine Innereien in ein schwarzes, schweres Tuch, welches mich hinunter zu ziehen versucht. Dieses Tuch kann ich manchmal schneller, manchmal schmerzend langsamer abwerfen. Und bis ich den “Normalzustand” erreiche, vergeht wertvolle Zeit, die mir nie mehr zurückgegeben werden kann. Ausser es gäbe eine Bilanz, welche mit solchen Ekeln und dem genau Gegensätzlichen abgeschlossen wäre, und die Differenz auf der negativen Seite stehen würde, und ausserdem den Ausgleich bewirken könnte.
Blödsinn, was ich schreibe… aber es hilft mir die Situation zu verstehen und diese nicht nur verdrängen zu wollen.

Einsiedeln. Ich setze mich mit Hobbes’ Leviathan auseinander. Ist ziemlich leicht zu lesen, jedoch zum Teil mühsam, da sehr viele Details den Lesefluss merklich stören.

Thomas Hobbes. 1651. Orginaltext im Internet.

Belfast. Ich lese ein Buch über Heidegger zu lesen. Heidegger war doch ziemlich umstritten, vor allem mit seiner philosophischen Unterstützung des Nazi-Deutschland – von dem er sich später durch sein Schaffen seltbst distanziert hat. Nichtsdestotrotz ein berühmter und einer der einflussreichsten Philosophen der Neuzeit.

Rüdiger Safranski. 2004. Ein Meister aus Deutschland: Heidegger und seine Zeit. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag.

Belfast. Bin gerade mit dem zu ästhetischen Partien in Kierkegaards grossen Werk Entweder-Oder gehörenden Teil fertig geworden. Ein muss eines jeden Verführers der Alten Schule.

Søren Kierkegaard. 1994. Tagebuch eines Verführers. Stuttgart: Reclam Verlag.

Einsiedeln. Im Moment bin ich dabei einen kurzen Überblick von David Humes Leben und Werk zu bekommen. Die ro ro ro Bildmonographien sind dazu sehr gut geeignet, da sie doch ziemlich kompakt sind und das wesentliche herausstreichen.

Gerhard Streminger. 2003. David Hume. Hamburg: Rowohlt Verlag.